Kämpchenstraße
Die Straße hieß 1769 Leyersweg und war der Kohl(enabfuhr)weg der Grube Kämpchen. Dieser Weg gehörte 1836 noch der Grube und mußte von ihr unterhalten werden. Vor Anlage der heutigen Industriestraße trug die heutige Kämpchenstraße über Jahrzehnte in ihrem westlichen Teil, von der Eisenbahnlinie Kohlscheid-Würselen bis zur Dornkaulstraße, den Namen Industriestraße. Von der Südstraße bis zu dieser Eisenbahnlinie hatte die Straße bereits nach dem Ersten Weltkrieg den Namen Kämpchenstraße.
Die heutige Kämpchenstraße ist nach der Ortslage Kämpchen benannt, die ihren Namen wieder nach dem alten Bergwerk Kämpchen hat. Der Name wird von dem lateinischen Wort "campus" (Feld, Land) abzuleiten sein (siehe: Kamperstraße). Um 1880 nennen die Bergarbeiter das Gelände, auf dem die Grube Kämpchen steht, "a je Längche". Die Grube stand seit frühester Zeit im freien Gelände, die anderen Gruben lagen mehr am Hang des Amstelbach-, am Hang des Wurmtales oder im Kesselgelände.
Kohlscheid erhielt am 27. Januar 1853 einen Eisenbahnanschluß. Zehn Tage später ist schon der Eisenbahn-Anschluß der Grube Kämpchen fertig, die daraufhin in zwei Jahren ihren Gewinn verfünffachen kann.
Der Friedhof an der Kämpchenstraße, inzwischen mehrmals erweitert, wurde 1955 angelegt und erhielt 1964 eine Leichenhalle.
Seit 1984/85 liegt, dem Friedhof gegenüber und direkt neben der Kirche, eine schmucke Wohnanlage auf dem ehemaligen Betriebsgelände der 1979 wegen fehlender Aufträge stillgelegten Firma "Kohlscheider Guß- und Eisenwerk".
An der unteren Kämpchenstraße kauften Bürgermeister Josef Lambertz und sein Schwager, der Landmesser Theodor Reinhold, 1915 einen Acker, auf dem heute der große Wohnblock an der Straßeneinmündung Dornkaulstraße steht.
1918 schon erwarb die Rheinische Gießerei Kohlscheid-Kämpchen GmbH dieses noch unbebaute Land.
1931/32 wurde aber schon das Fabrikgelände samt Aufbauten durch Berendt von Behr aus Hamburg angekauft.
Ein Teil der Fabrikhalle der Ultralumin Leichtmetall AG, Werk Kohlscheid, blieb erhalten. Hier befindet sich nun der Bauernhof Sturm.
Er verkaufte den Streifen an der Dornkaulstraße samt Aufbauten an Matthias Rappen, der hier 1935 wieder eine Gießerei einrichtete. 1936 wurde der Bauer Simon Sturm vom Dornkauler Hof Besitzer des Grundstücks an der Kämpchenstraße. In dem noch heute stehenden Restteil der einmal bis etwa zum Bahndamm reichenden riesigen Fabrikhalle richtete er eine Scheune und einen Lagerraum ein. Kornel Sturm baute diese Resthalle 1950 zu einem Bauernhof um.